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Die Visual Inspection Zone (VIZ) und ihre besonderen Herausforderungen bei der Dokumentenanalyse

Sichtzone prüfen

Während die maschinenlesbare Zone (MRZ) ihren Vorteil bereits im Namen trägt, ist die so genannte Sichtzone (Visual Inspection Zone) nicht ganz so selbsterklärend. Deshalb widmet sich dieser Artikel dem Aufbau und den Besonderheiten der VIZ bei der Dokumentenerfassung und -überprüfung.


Die Grundlagen

Im Dokument 9303 der International Civil Aviation Association ICAO sind die Standards für maschinenlesbare Reisedokumente definiert.

Über 190 Länder fühlen sich diesen Richtlinien verpflichtet. Sie wenden sie auf maschinenlesbare Reisepässe, Visa und Personalausweise an. Innerhalb der Länder obliegt die Gestaltung der Identitäts- und Reisedokumente den zuständigen Behörden. Häufig unterstehen diese dem Ministerium des Inneren.

Damit eine Standardisierung möglich wird, teilt die ICAO das Ausweisdokument in unterschiedliche Zonen ein, denen bestimmte Datensätze zugeordnet werden.

Auf der Personendatenseite unterscheiden wir zwei Zonen:

  1. Die Sichtzone oder VIZ (Visual Inspection Zone). Zur Datengruppe dieser Zone gehören das Lichtbild, die Dokumentenbezeichnung, personenbezogene Daten und das Ausstellungs- und Gültigkeitsdatum des Dokuments.
  2. Die maschinenlesbare Zone MLZ (Machine Readable Zone, MRZ). In den zwei bis drei Zeilen der MLZ werden Informationen aus der Sichtzone mit alphanumerischen Zeichen und dem „<“ Symbol aneinandergereiht. Der Anspruch an die MLZ ist, dass alle Informationen dank so genannter OCR-Schriften (Optical Character Recognition) von speziellen Geräten, wie den DESKO Ausweis-Scannern, gelesen werden können. Dies ist ein wichtiger Unterschied zu den Datengruppen der Sichtzone.

Wir halten fest, dass die Personendaten des Dokumenteninhabers mehrfach auf seinem Ausweisdokument vorhanden sind: Sie finden sich in der Sichtzone und in der maschinenlesbaren Zone. Bei elektronischen Pässen sind sie zusätzlich auch noch auf dem Mikrochip gespeichert.


Die Problematik

Die Sichtzone enthält demnach maßgebliche Personendaten. Es gibt allerdings für die Darstellung dieser Daten keine Vorgaben. Weder die zu verwendenden Schriftarten oder -größen noch die Anordnung der Datengruppen sind verbindlich definiert. Wie lässt sich dieser Part des Ausweisdokuments dennoch erfassen oder mithilfe von technischem Equipment überprüfen?


Die Lösung

Betrachtet man die Personendaten in der Sichtzone als einzelne Datengruppen mit Textinformation, so lassen sich diese maschinell erfassen. DESKO Kunden greifen dazu auf unsere Software ID Collect® zurück. Mit ihr erfassen wir nicht nur Textdaten maschinell, sondern bieten eine Wissensdatenbank, mit der die Bedeutung der einzelnen Textfragmente maschinell genutzt werden kann. Zum Beispiel für die Daten Vorname, Geburtsdatum, Dokumentennummer usw.

Für die Entwicklung einer solchen Software braucht es spezielles Know-how, weiß Tobias Langhammer, Senior Software Engineer bei DESKO:

„Weil die VIZ nicht für Maschinen designt ist, gibt es immer Ausnahmen und Auffälligkeiten. In der Regel wird das Infrarot-Bild des Dokuments für die optische Zeichenerkennung verwendet, weil dort der Text ohne störenden Hintergrund zu sehen ist. Selten gibt es aber Dokumente, die im IR-Licht nicht lesbar sind oder im IR trotzdem störende Elemente sichtbar sind. Auch für solche Spezialfälle entwickeln wir Lösungen. Nicht immer sind alle Textfelder verfügbar. Auch die Positionen der Textfelder variieren. Dass ID Collect® nicht-lateinische Schriften aus der VIZ auslesen kann, ist eine echte Besonderheit, an der wir im Team intensiv gearbeitet haben. Das ist für unsere Kunden ein enormer Vorteil.“


Der Nutzen

Bei der Überprüfung von Ausweisdokumenten spielt die Übereinstimmung von Daten aus unterschiedlichen Zonen des Dokuments eine wichtige Rolle. Und andersherum: Daten, die nicht übereinstimmen, sind häufig ein Hinweis auf manipulierte oder gefälschte Dokumente.

Gerade für Anwendungsbereiche, in denen Daten aus Ausweisdokumenten digital weiterverarbeitet werden müssen, sind die Informationen aus der VIZ fast unverzichtbar. Bei manuellen Workflows, wenn Daten also vom Dokument abgeschrieben oder abgetippt werden, ist die Fehlerquelle hoch. Besonders bei seltenen Dokumententypen. Bei Software-Lösungen wie ID Collect® löst eine Schnittstelle das Problem: Die Daten aus der VIZ werden vom DESKO Ausweis-Scanner ausgelesen und über die Schnittstelle an vorhandene Programme, Formulare oder Software übergeben.

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